Vereinssport in der Finanzkrise?

Der neue Sportfördervertrag: Bericht, Analyse und Bewertung aus Sicht von Vereinen und Verbänden des Sports

Die Finanz- und Wirtschaftskrise: Brechen nun die Strukturprobleme des organisierten Sports auf? Oder gibt es gerade für die Sportvereine besondere neue Chancen?

Am Dienstag, dem 17. Februar 2009, veranstaltete das Sportforum der SPD Hamburg eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Vereinssport in der Finanzkrise?“. Sören Schumacher, Mitglied des Sportausschusses der Hamburgischen Bürgerschaft, verfolgte die spannende Diskussion.

Sportausschuss beim Hamburger Sportbund

Auf Einladung des Hamburger Sportbundes (HSB) tagte der Sportausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft am 27. Januar 2009 im Haus des Sports. Themen waren unter anderem der Hamburger Sportentwicklungsplan und die aktuellen Verhandlungen über den Sportfördervertrag: „Und vor allem ging es bei der Sitzung darum, den so wichtigen Kontakt zwischen der Bürgerschaft und dem HSB als der Vertretung der Hamburger Sportvereine und -verbände zu pflegen und zu vertiefen“, sagt Sören Schumacher, der als Mitglied des Sportausschusses an der Sitzung teilnahm. Ähnlich äußerte sich auch der 1. HSB-Präsident Günter Ploß, der seiner Hoffnung Ausdruck gab, dass die Sitzung den Auftakt für einen regelmäßigen Dialog des HSB mit dem Sportausschuss bilden möge.

Die Sportpolitik des Senats dümpelt weiter

Die SPD-Sportpolitikerin Juliane Timmermann hat die Fortsetzung der CDU-geprägten Sportpolitik in Hamburg bedauert. Der CDU-Senat setze auch mit grüner Beteiligung seine Sportpolitik mit Schlagseite fort. „Die Sportpolitik des Senats dümpelt weiter. Sie konzentriert sich einseitig auf Sport-Events. Und sie lässt weitere wichtige Bereiche des Sports brach liegen.“ Das gelte insbesondere für den Hamburger Breitensport, sagte Timmermann am Mittwoch in der Bürgerschaftsdebatte über den CDU-GAL-Antrag „Entwicklungsschwerpunkte der Sportstadt Hamburg“. Der Breitensport habe „zur Zeit der CDU-Alleinregierung vergeblich auf ein klares Bekenntnis gewartet. Er wartet bisher auch unter einer CDU-GAL-Koalition vergeblich“, bedauerte die Abgeordnete.

So vergesse die schwarz-grüne Koalition etwa die soziale Sportförderung und wichtige Punkte wie Integration von Menschen mit Behinderung. Ökologische Aspekte wie die energetische Sanierung von Sportstätten suche man in den bisherigen sportpolitischen Überlegungen von Schwarz-Grün vergeblich. Gleiches gelte für Aspekte der Gewaltprävention. Insbesondere Impulse der GAL müsse man in dem schwarz-grünen Antrag mit der Lupe suchen. „Wer hier viel erwartet hat, muss enttäuscht sein“, sagte Timmermann.

Der Sport sei in der Hamburger Politik in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt worden. Was das Sportamt in den vergangenen acht Jahre gemacht habe, sei unklar. Die weitgehend konzeptlosen Aktivitäten bezüglich der Olympia-Bewerbung, der Universiade-Ausrichtung und das Agieren beim Tennis am Rothenbaum sprächen für sich. „Niemand wird uns vor diesem Hintergrund vorwerfen, dass wir mit Blick auf eine mögliche Bewerbung Hamburgs um die Schwimm-WM sehr skeptisch sind.“

Timmermann bedauerte, zur weiter diskutierten Option einer erneuten Olympia-Bewerbung Hamburgs gebe es in dem CDU-GAL-Antrag keinerlei Aussagen. „Eins ist jetzt klar: Sie haben sich von Olympia verabschiedet“, sagte Timmermann. Es müsse der Sportpolitik auch darum gehen, zu prüfen, welche Anforderungen an einen Austragungsort gestellt werden. „Wir halten jedenfalls an der Vision Hamburg als Austragungsort für Olympische Sommerspiel fest“, sagte die SPD-Sportexpertin.

Sie regte darüber hinaus eine Diskussion um die Bedeutung des Sports in Hamburg an. Das gelte etwa für die Bedeutung von Sportevents bezogen auf die Wirtschaftskraft und die Identifikation der Hamburger und Hamburgerinnen. Sie forderte ein klares Bekenntnis zum Breitensport und die Ausarbeitung neuer und innovativer Ideen für Sportveranstaltungen und Sportprojekte. Dabei gelte es, die klassischen Sportanlagen – Sport- und Spielplätze, Rad- und Wanderwege, Streetballplätzen oder Skateboardanlagen – mit einzubinden.

Feuerwerk der Turnkunst

Ein „einzigartiges Turnspektakel“ versprach der Niedersächsische Turner-Bund (NTB) den Besuchern seiner Veranstaltung Feuerwerk der Turnkunst. Sören Schumacher, der die Mischung aus  Akrobatik, Artistik, Turnen und Glamour am Sonntag, dem 18.Januar 2009 in der Sporthalle Hamburg sah, kann das nur bestätigen: “Was die Sportler da auf die Beine gestellt haben, ist schon atemberaubend.“
Das Feuerwerk der Turnkunst findet seit 1989 als Neujahrsveranstaltung des NTB statt und hat sich nach Angaben der Veranstalter seitdem zu Europas erfolgreichster Turnshow entwickelt

Einweihung der Sporthalle Bunatwiete

Als Harburger Wahlkreisabgeordneter und Mitglied des Sportausschusses nahm Sören Schumacher am Freitag, dem 16.Januar 2009, an der feierlichen Einweihung der neuen Sporthalle  in der Bunatwiete teil. Zuvor hatten bereits die rund 800 Schülerinnen und Schüler zusammen mit Schulleiter Hermann Krüger die Sporthalle mit einem Sportfest in Besitz genommen. Die Dreifeld-Sporthalle ist der erste Neubau der Schule Bunatwiete/Maretstraße und Teil des Schulentwicklungsprojekts für Harburg und speziell für das Sanierungsgebiet Phoenix-Viertel. „Schade“, so meinte Sören Schumacher, „dass kein Senator es für nötig gehalten hat, hier zu erscheinen. Dem tollen Sportfest hat das allerdings keinen Abbruch getan.“

Millionenschwerer Behördenumzug

SPD bemängelt Umstrukturierungspläne im Bereich der Kulturbehörde

„Angesichts der derzeitigen Finanzlage der Stadt ein absolutes Unding“ – mit diesen Worten hat der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Jan Balcke auf Umzugspläne des Senats im Bereich der Behörde für Kultur, Sport und Medien (BKSM) reagiert. Wie der Senat jetzt mitgeteilt hat, will er die Behörde „räumlich zusammenführen“. Um näher an den Hauptsitz der Behörde in den Hohen Bleichen heranzurücken, soll zusätzlicher Raum in den Großen Bleichen angemietet werden. Die Mehrkosten betragen 278.000 Euro jährlich.

Die Mehrkosten entstünden fast ausschließlich durch den schlechten Zuschnitt des neuen Objekts. Denn die Gesamtfläche ist nun um 900 Quadratmeter größer, wie der Senat in der Sitzung des Sportausschusses am späten Donnerstag einräumen musste. Da in den neuen Räumen allerdings weniger Personal arbeiten wird, stelle sich die Frage, auf welcher Grundlage die Umzugsplanungen vorgenommen wurden. „Offensichtlich sind die neuen Räume weniger effizient nutzbar als die alten – aber teurer. Es stellt sich die Frage, ob dem Umzug überhaupt ein schlüssiges Raumkonzept zugrunde lag“, so Balcke weiter.

„Die Räume für das Amt für Medien befinden sich in der Alten Steinstraße. Das ist nur fünf Minuten vom Hauptsitz der BKSM entfernt“, sagte Balcke, der auch Vorsitzender des Sportausschusses ist. Das Ziel, die Ämter näher zusammen zu bringen, werde nicht erreicht, ebenso wenig die vom Senat angestrebte „bessere Vernetzung“. „Hier werden Steuergelder offenbar bedenkenlos aus dem Fenster geworfen. Das ist insbesondere mit Blick auf den desolaten Zustand des Hamburger Haushalts schlicht inakzeptabel“, sagte der Abgeordnete.

Außerdem sei den Vertretern der Behörde nicht bekannt, ob der Mietpreis eine Staffelmiete oder ein Fixpreis sei. „Die Behörde will den Mietvertrag für zehn Jahre abschließen. Hier besteht aber überhaupt keine Planungssicherheit.“ Die Mietkosten könnten steigen – insbesondere in dieser Lage.

Die sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Juliane Timmermann, sprach von einem „Schlag ins Gesicht der Steuerzahler“ und einem „sinnlosen Umzug in Zeiten der Rezession“.

Pack die Badehose ein!

Am Sonntag, dem 30.November 2008, fand im Schwimmbad St.Pauli in der Budapester Straße das Landesschwimmfest der Behinderten statt.
Als Gäste mit Badehose und Teilnehmer eines Wettbewerbs hatten sich auch drei sogenannte ‚Promi-Staffeln‘ angesagt: Teams der GAL, des Hamburger Schwimmverbandes und der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Die CDU war erst gar nicht angetreten. „Wohl“, wie Sören Schumacher vermutet, “ weil sie wusste, dass sie sich auch hier nicht lange über Wasser halten könnte.“
Als einzige Fraktion in der Bürgerschaft war die SPD in der Lage, die Staffel ausschließlich aus Mitgliedern der Fraktion zusammenzusetzen. Außerdem hatte sie den Vorteil, mit Sören Schumacher einen ehemaligen Leistungsschwimmer im Team zu haben. Trotzdem konnten die Sozialdemokraten nur einen ehrenvollen vorletzten Platz belegen. Spaß hat es trotzdem gemacht!

Ehrenamtliche und Sportler ausgezeichnet

Am Mittwoch, dem 3.12. 2008, nahm Sören Schumacher an einem Senatsempfang teil, der zur Ehren von Funktionären des Sports und besonders erfolgreicher Hamburg Sportler ausgerichtet wurde.
Acht Ehrenamtliche aus Hamburger Sportvereinen und –verbänden wurden mit der Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes ausgezeichnet. Sportsenatorin Karin von Welck und HSB-Vizepräsident Rolf Reincke überreichten gemeinsam die Auszeichnung. Außerdem wurde der Ehrenpreis der Behörde für Kultur, Sport und Medien verliehen. Er ging in diesem Jahr an fünf Hockeyspieler aus Hamburg, die zusammen mit ihren Teamkollegen bei den Olympischen Spielen in Peking eine Goldmedaille errungen hatten.
Sören Schumacher, der selbst seit vielen Jahren ehrenamtlich im Sport tätig ist, nutzte die Veranstaltung zu Gesprächen mit Vertretern des Tauchverbandes und der Hamburger Sportjugend.

Starkes Spiel der Rathauskicker

Am Freitag, dem 14.November 2008 war es endlich soweit: der Kunstrasenplatz des SC Vorwärts/Wacker 04 am Öjendorfer Weg konnte eingeweiht werden. Unter den zahlreichen Gästen war auch Sören Schumacher, der zwar nicht selbst Fußball spielt, dafür aber ein umso begeisterter Fußballfan ist.

Erste Mannschaft auf dem neuen Platz waren Kindermannschaften des Vereins. Nach den kleinen Kickern und nach einer recht kurzen Sitzung des Sportausschusses der Bürgerschaft, der im Vereinshaus tagte, traten dann die Rathauskicker gegen eine Auswahl des SC Vorwärts/Wacker 04 an. Die klare Niederlage der Mannschaft aus dem Rathaus, die mit 1:4 vom Platz gehen musste, tat der guten Laune keinen Abbruch. Bei Wurst, Getränken und Musik erholten sich Spieler und Gäste von der Anspannung und freuten sich über eine fröhliche, rundum gelungene Veranstaltung.

Mögliche Bewerbung um Schwimm-WM: neue Chance oder neue Pleite?

SPD reagiert zurückhaltend auf mögliche Bewerbung um Schwimm-WM. „Je lauter der Senat seine Ideen bejubelt, desto bescheidener sind die Ergebnisse“, sagte SPD-Sportexpertin Juliane Timmermann.
Zurückhaltend hat die SPD-Sportexpertin Juliane Timmermann auf die Nachricht einer möglichen Bewerbung Hamburgs als Austragungsort der Schwimm-Weltmeisterschaft 2013 reagiert. Man müsse abwarten, „ob die Sportstadt Hamburg eine neue Chance bekommt oder ob sie vor einer neuen Pleite steht“, sagte Timmermann.

„Zwar wäre es schön, wenn nach der verdaddelten Universiade-Bewerbung doch noch ein hochkarätiges Sportereignis nach Hamburg geholt werden könnte. Die Erfahrungen der letzten Zeit – von der Olympia- und der Universiadebewerbung bis hin zu Elbphilharmonie und der Idee von Badeschuten auf der Alster – geben aber zur Zurückhaltung Anlass. Je lauter der Senat seine Ideen bejubelt, desto bescheidener sind die Ergebnisse“, sagte Timmermann weiter. So werde es nach der abgeschriebenen Universiade-Bewerbung sicher schwierig, Sponsoren und Unterstützer – wie etwa die Handelskammer – ins Boot zu holen.

Es bleibe darüber hinaus abzuwarten, ob die für den Sport verantwortliche und ohnehin ausreichend mit Problemen beladene Kultursenatorin ausreichend politisches Gewicht habe, um sich effektiv für den Sportstandort Hamburg einzusetzen. „Auf eine Gesamtkonzeption, wie die Sportstadt Hamburg aussehen soll, warten wir jedenfalls bisher vergeblich“, sagte die SPD-Abgeordnete.